Drittes Symposium zu Landwirtschaft 5.0

Von: jd
Die Teilnehmenden des Symposiums zeigen deutlich, was sie erreichen wollen: Mehr Artenvielfalt. Weniger CO2 (Foto oben). Über die Wege dahin wurde lebhaft diskutiert (Fotos unten).

Am Vormittag ging es zunächst um das Thema Biodiversitätsstreifen – einerseits für den Erhalt der Artenvielfalt, andererseits zur Produktion von Biomasse für die Pflanzenkohleherstellung. Erste Versuche zur Abmagerung mit Pflanzenkohle wurden ebenso vorgestellt, wie Design-Ansätze inklusive Kulturen, Anlage, Pflege und erwartete Effekte. „Das war echt spannend, interdisziplinär über unseren eigenen Tellerrand hinauszuschauen“, erklärte Prof. Dr. Harald Thorwarth, Wissenschaftlicher Leiter des Zentrallabors der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, anschließend. „Unser Thema bei dem Projekt wird eher die technische Seite, die Verfahrenstechnik sein.“ Mit seinem Fachgebiet Feuerungstechnik erforscht er Wege zur einfachen, schnellen und günstigen Herstellung von Pflanzenkohle.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen von E-Mobilität und Agrophotovoltaik. Projektleiter Prof. Daniel Kray von der Hochschule Offenburg stellte zunächst den E-Traktor AGCO vor, den beteiligte Landwirte im Rahmen des Projekts testen können, und gab eine Kurzübersicht über verfügbare E-Kleintransporter. Während der Bereich der Kleintransporter schon gut abgedeckt ist, gibt es bei elektrischen Landmaschinen noch relativ wenig Produkte. „Natürlich würde ich gern auf einen Diesel-Traktor verzichten, aber für meinen Bedarf gibt es momentan noch nichts ausgereiftes auf dem Markt“, erklärte Landwirt Matthias Huber. „Außerdem sehe ich den Batterie-Antrieb vor allem bei kleineren Maschinen, bei Großtraktoren eher Brennstoffzellen.“ Huber hatte bei einem Vortrag von Prof. Dr. Daniel Kray im Fachausschuss Getreide, Marktfruchtbau und regenerative Energien des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) von dem Projekt Landwirtschaft 5.0 erfahren und wird bei dessen Start auch Ackerflächen für die Biodiversitätsstreifen zur Verfügung stellen. „Wir Landwirte stehen derzeit stark in der Kritik, ich möchte zeigen, dass wir bereit sind etwas zu machen, um der Klimakrise etwas entgegenzusetzen“, begründete er sein Engagement. Sein Familienbetrieb in Achern-Wagshurst bewirtschaftet 180 Hektar eigene Flächen und 60 Hektar in Lohn, hinzu kommen eine Biogasanlage, Milchvieh und Mutterkuhhaltung. Besonders interessant beim Symposium waren für ihn der Einsatz von Pflanzenkohle zur CO2- Einlagerung und später zur Verbesserung der Fruchtbarkeit der Böden sowie die Möglichkeit Zusatzeinkommen zu generieren – beispielsweise durch die Einlösung von CO2-Zertifikaten oder die Agrophotovoltaik.

Am Ende des Tages diskutierten die Teilnehmenden, darunter auch Vertreter der Stadt Offenburg und des Ortenaukreises, noch lebhaft besonders klima- und artenfreundliche Fruchtfolgen für die Äcker.

Info

Weitere Informationen zum Projekt Landwirtschaft 5.0 erhalten Sie am Donnerstag, 17. Oktober, ab 19 Uhr, online im Webinar „FYI: Landwirtschaft 5.0“. Anmeldungen dazu sind unter webconf.vc.dfn.de/fyilw50/, Raum-Passcode: FYILW50, möglich. Am Dienstag, 22. Oktober, ab 18 Uhr, stellt Prof. Dr. Daniel Kray das Projekt auf Einladung von Fridays for Future Freiburg zudem in seinem Vortrag „Agrarwende – endlich machen!“ im Hörsaal 1098 im EG des Kollegiengebäudes I der Universität Freiburg, Platz der Universität 3, vor. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies unter https://www.startnext.com/CFT tun.

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