Energieautarker Seecontainer geht auf Reisen

Von: jp/jd

Im Frühjahr und Sommer 2019 haben Studierende der Gebäudetechnik der Hochschule Offenburg einen Übersee-Container als Informationspunkt für erneuerbare Energien geplant und gemeinsam mit Auszubildenden (Anlagenmechaniker/in) umgebaut. Das Projekt wurde vom Fraunhofer ISE begleitet und in Kooperation von Hochschule Offenburg, Handwerkskammer Freiburg und der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule in Freiburg umgesetzt. Mehrere Sponsoren stellten die einzelnen Anlagenkomponenten und Installationsmaterial zur Verfügung. Am 28. Juni 2019 wurde der Container an das Fraunhofer ISE übergeben. Dort wurde er noch mit einem Energiemonitoringsystem ausgestattet und steht nun für Messeauftritte zur Verfügung. Er kann ab sofort über das Fraunhofer ISE gebucht werden.

Der Container zeigt die innovativen Berufsfelder rund um die Gebäudetechnik und ist so ausgestattet, das Technik und Energiekonzept erlebbar werden. Ein so genannter Photovoltaik/Thermie-Solarkollektor erzeugt gleichzeitig solare Wärme und solaren Strom. Der solare Strom wird in einer Batterie gespeichert, die auch das elektrische Energiemanagement im Container übernimmt. Die solare Wärme dient einer Wärmepumpe als Wärmequelle. Damit stellt die Wärmepumpe Trinkwarmwasser und Heizungswasser zur Verfügung. Der Clou: Im Sommer kann die Wärmepumpe auch zum Kühlen eingesetzt werden. Dazu kühlt die Wärmepumpe tagsüber einen kalten Speicher ab und heizt den warmen (Heizungs-)Speicher auf. In der Sommernacht wird die Wärme aus dem warmen Speicher dann über die Kollektoren an die Umgebung abgegeben. Heizung und Kühlung werden über den Fußboden und die Decke an den Raum bedarfsgerecht abgegeben. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt dabei für frische Luft. So wird im Container jederzeit ein komfortables Innenraumklima bereitgestellt. Und das allein mit der Kraft der Sonne und ganz ohne Netzanschluss.

Im Frühjahr 2020 wird der Container an die Hochschule Offenburg zurückkehren und dort für Forschungszwecke weiterverwendet. Dabei wird es um die Effizienz der einzelnen Anlagenkomponenten, deren Zusammenspiel im Energiesystem und – dann in Verbindung mit dem öffentlichen Stromnetz – den netzdienlichen Betrieb des elektrischen Energiemangementsystems gehen.

 

 

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